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Heimat oder Zuflucht

Wer die Köln-Escher Initiative zur Begleitung von künftig in Esch ankommenden Flüchtlingen kennt, wird bei dieser Überschrift stutzen. Heißt es nicht „Heimat und Zuflucht“? Wieso dann Heimat oder Zuflucht?

Für manche der Ankommenden wird das Leben hier zu einer neuen Heimat werden. Andere werden es nur als vorübergehende Zuflucht empfinden. Nicht jedem wird es gelingen, aus einer Zuflucht eine Heimat zu machen und manchmal wird sogar die Heimat zu einer Zuflucht.

In der Bibel gibt es eine sehr bewegende Geschichte, in der es um Heimat und Zuflucht geht. Sie erzählt von einem Mann, der mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen wegen einer Hungersnot das Land verlässt, um im Nachbarland mit seiner Familie überleben zu können. Anfangs geht alles gut. Die beiden Söhne heiraten dort und es scheint so, als wird aus der Zuflucht eine Heimat. Doch dann starb der Mann und später starben auch die beiden Söhne. Übrig blieben Naemi, die Ehefrau, und ihre beiden Schwiegertöchter. Naemi beschloss wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Vielleicht wollte sie mit ihrem Schmerz in der alten Heimat Zuflucht finden. Heimat oder Zuflucht? Heimat und Zuflucht? – wie eng liegt das beisammen!

Von ihrer Schwiegertochter Ruth begleitet, geht Naemi zurück. Mit leeren Händen und einem Herzen voller Bitterkeit kommt sie in ihrem Heimatort Betlehem an. Als sie in den Ort kamen, heißt es in der Bibel, da „erregte sich die ganze Stadt über sie“. Kommen sie als Heimkehrer oder als Flüchtlinge? Wie eng liegt auch das in dieser Geschichte beieinander.

Damit ist diese noch nicht zu Ende. Es gibt einen Verwandten in Betlehem. Er, mit Namen Boas, ist wohl trotz der Hungersnot im Land geblieben. Nun lebt er in guten Verhältnissen. Hat er alles richtig und haben die Auswanderer alles falsch gemacht? Er besitzt Grund und Boden und er hat einige Angestellte. Er scheint nicht unrechtmäßig zu diesem Wohlstand gelangt zu sein. Vor der Not der beiden Ankömmlinge verschließt er sich nicht. Behutsam hilft und unterstützt er sie. Und dann, mitten in das Ringen um Zuflucht und Heimat, kommt es zu einer Liebesgeschichte. Das alles kann man gern im alttestamentlichen Buch Ruth bis zum „Happy End“ nachlesen. Das Fazit: Ein bitterer Weg, aber es gibt Trost, weil da eine Zuflucht ist.

Welche Geschichten um Heimat und Zuflucht werden heute geschrieben? Die Medien sind voll davon. Leider sind es sehr traurige, ja überaus bittere Geschichten. Da ist kaum ein „Happy End“ und ich mag diese eher kitschige Redewendung gar nicht verwenden.

Und wir? Sind wir nur Leser oder Zuschauer? Wir sind inzwischen mitten drin in dem Weltgeschehen von Heimat und Zuflucht. Boas wünscht Ruth, dass sie unter den Flügeln Gottes Zuflucht findet. Er selbst wurde dann so etwas wie ein „Flügel Gottes“, der Zuflucht gewährte. Ich glaube, das ist auch unsere Aufgabe heute.

Michael Höring


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